Klarnamenpflicht als Steigerung der Vorratsspeicherung
Schon die ansatzlose Vorratsspeicherung von IP-Nummern definiere ich als Angriff auf die Freiheit der gesamten Bevölkerung, aber selbst diese Maßnahme geht einigen Personen noch nicht weit genug. Unter dem Vorwand des Kampfs gegen Hetze und Kriminalität im Netz wird verhemmend gefordert, dass man sich nur noch mit Klarnamen im Internet äußern darf. Ich habe damit kein Problem, denn ich gebe auch im Netz grundsätzlich keine Äußerungen von mir, zu denen ich mich nicht auch in der realen Welt bekenne. Auch wenn ich mich klar positioniere wie hier gegen die Speicherung von IP-Nummern und eben sowieso gegen die Klarnamenpflicht.
Aber es gibt unzählige Gruppen, die massiv durch diese Pflicht und Verfolgung benachteiligt und gefährdet würden. Wozu ? Denn Personen, denen man vordergründig habhaft werden will, nutzen selbstverständlich VPN, Tor und andere Anonymsierungsdienste und sind damit unter keinen Umständen aufgrund der IP-Nummer zu identifizieren (außer die ganz, ganz Dummen) und genauso selbstverständlich würden die einfach Accounts aus dem Ausland nutzen, wenn in unserer winzigen deutschen Blase Klarnamen gefordert werden.
Beide Maßnahmen sind m.E. reiner Aktionismus und der Versuch, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu profilieren. Oder - mit Verlaub - Maßnahmen ohne das geringste technische Verständnis. Oder er/sie/es hat aus der Vergangenheit im letzten Jahrhundert rein gar nichts gelernt. Vielleicht sollten solche Personen zwangsweise einen Tag Stasi-Akten lesen müssen.
Stattdessen sollte man Kinder und Jugendliche von den (a)sozialen Netzwerken fernhalten und diese gesellschaftlich ächten, wenn sie nicht gegen Hetze und offensichtlich kriminelle Inhalte vorgehen. Und insgesamt mehr das reale als das virtuelle Leben fördern. Beginnend in der Schule.