Freitag, 11. November 2016

Was bringt Big Data? Siehe Trump

Big Data bedeutet ja die Verwertung von statistischen Daten, um daraus Rückschlüsse auf die Zukunft zu ziehen. Auf Basis großer Datenmengen. Auf das Verfahren schwören derzeit viele Entscheider, Politiker und die Marketingschreier der anbietenden Firmen. Wie gut das funktioniert, hat man bei den US-Wahlen gerade gesehen. Alle (!!) Vorhersagen waren eindeutig und am Ende kam Trump raus ;-(. Ich muss mal als Mathematiker ein paar Statements zu diesem Big Data-Geschrei abgeben:
  1. "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast" - Grundregel, die man in den ersten Stunden der Statistikvorlesungen lernt. Die Art einer Befragung, Auswertung etc. beieinflusst das Ergebnis extrem. Man kann alles mit Statistik "beweisen".
  2. "Erfahrung ist eine Lampe auf meinem Rücken. Sie beleuchtet nur den Weg, der hinter mir liegt." - Konfuzius. Aber "Erfahrung" kann man ohne Einschränkung durch "Big Data" ersetzen.
  3. "Der Flügelschlag eines Schmetterlings am Äquator ändert das Wetter in Europa." - Grundlage der Chaostheorie. Die meisten Systeme sind nun mal chaotisch und man kann einfach nicht alle Randbedingungen kennen (Stichwort "Nicht-linare Differentialgleichungen"). Deshalb werden die Resultate vollkommen unterschiedlich sein - je nachdem, welche Randbedingungen man berücksichtig. Kein Demoskop hat etwa berücksichtigt, wie viele Wähler bei der US-Wahl regelmäßig Jokurt mit linksdrehenden Aminosäuren gegessen hatten oder so ;-).
  4. "Die Messung verändert die Ursache" - Quantenphysik. Passt aber extrem gut auf "Big Data". Da viele Leute wissen, dass sie für "Big Data" etc. ausspioniert werden, werden sie Verhaltensweisen ändern. Das hat man bei der US-Wahl gesehen. In den Vorabbefragungen haben sich Leute einfach nicht zu Trump bekannt, weil sie nicht schief angesehen werden wollten. Und in der geheimen Wahl haben sie sich anders verhalten. Selbst wenn nur relativ wenige Leute sowas machen, verändert es das Modell relevant (siehe Flügelschlag Schmetterling).
Fazit: Big Data ist ein Modewort für ein unmögliches Unterfangen, an dem viele schlaue Leute Geld verdienen, das dumme Leute ihnen geben. Und am Ende ist noch mehr Geld einfach vernichtet, weil falsche Entscheidungen getroffen werden.
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Onlinetraining mit Ralph Steyer

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