Freitag, 28. November 2014

Der Hund bellt den Mond an, weil er nix Besseres zu tun hat

Oder anders ausgedrückt - das EU-Parlament möchte die Aufspaltung von Google. Zwar wird nur allgemein von Suchmaschinen gesprochen, aber es geht explizit nur um die Zerschlagung von Google.
Ich frage mich, was dieser Windbeutel soll?
Da sitzen in der EU hochbezahlte (sollte man vielleicht besser überbezahlte) Bürokraten und entsorgte Alt-Politiker und verschwenden Geld mit vollkommen unsinnigen Aktionen.
Gut - diese Sache verschwendet nur Geld und schadet nicht explizit, wie die meisten übrigen EU-Aktionen. Die populistische Forderung ist einfach nur lächerlich und geht am Leben vorbei, dass Null-komma-Nix rauskommen wird, wenn der Beutel geplatzt ist und die Leute ihre Langeweile mit anderen Dingen bekämpfen. Die Sache wird so vermarket:
Die Abgeordneten plädieren in einer nicht bindenden Resolution dafür, Unternehmen wie Google zur Trennung von Suchmaschinen- und anderen Geschäften zu zwingen.
"Nicht bindend" sagt schon alles.

Aber mal ernsthaft: wie sollte auch etwas bindend sein, was in Europa für eine US-Firma beschlossen wird? Nur weil man in Europa was in einem Browser sehen kann, gibt es immer noch keine rechtlichen Handhaben Google vorzuschreiben, wie die das in den USA vorbereiten. Das ist sowas von weltfremd und vollkommen uninformiert über das Wesen des Internets - mich schüttelt es einfach.

Da kommen Stammtischsprüche wie
Die Kommission und die EU-Staaten müssen verhindern, dass Suchmaschinen ihre "dominierenden Stellung" auf dem Markt missbrauchten.
Statt Zerschlagung kommt das (Un-)Wort einer Entflechtung von Google vor, bei der verschiedene Firmenteile so voneinander getrennt werden – selbst wenn sie unter einem Konzerndach bleiben –, dass sie sich nicht gegenseitig Vorteile verschaffen können.
Denn die EU wirft Google vor Treffer so anzuzeigen, dass bei bestimmten Suchen, die eigenen Ergebnisse aus dem Konzern gegenüber der Konkurrenz unfair bevorzugt werden.

Natürlich!!

Das machen andere Suchmaschinen auch und genauso würde ich es auch machen.

Das Problem ist einmal der Anwender, der das oft nicht kapiert. Die andere Seite ist, dass andere Suchmaschinen zu selten verwendet werden und vor allen Dingen, dass es in der EU keine gemeinsame Aktion gibt, eine vernünftige Alternative zu Google zu etablieren und auch den Leuten bekannt zu machen.Verbot und Zensur - mehr fällt der EU wie immer nicht ein. Hier sollte die EU ansetzen mit
  • Geld, 
  • Aufklärung, 
  • Marketing und 
  • politischen Maßnahmen (etwa eine solche EU-Suchmaschine als Standard in Browsern und Betriebssystemen vorschreiben, wenn die mal funktioniert). 

Das Geheule der Versager und Unwilligen, wie es im Moment geschieht, soll nur von der eigenen Unfähigkeit und Faulheit ablenken.
Google ist böse. Stimmt. Aber die anderen US-Suchmaschinen sind es auch. Wer in einen Löwenkäfig geht muss halt in der Lage sein die Tiere im Griff zu halten. Oder sich Hamster als Haustiere suchen.
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