Samstag, 8. Juni 2013

Prism, T-Online und der Tot der Cloud

Wie unlängst wieder mal hochgekocht wurde, späht der US-Geheimdienst NSA weltweit Internetnutzer aus. Ist ja nicht neu - im Gegenteil. Altbekannt und nur von Lobbyisten und Politkern geleugnet.

Nur jetzt gibt es einen konkreten Begriff, womit man diese Spionage verbinden kann - das Projekt Prism. Damit spioniert die NSA (angeblich) alles aus, was elektronisch durch das Netz geht - E-Mails, Fotos, Chats, Videos, .... Oder auf US-Servern lagert.

Was die Sache richtig brisant macht - die große US_Internetkonzerne sollen die Daten ihrer Nutzer freiwillig an den US-Geheimdienst liefern. Apple, Microsoft, Google, Facebook, Yahoo, .... - alles sind Sie angeblich willfähige Kollaborateure der Cyber-Attacken. Und wenn US-Internetfirmen nicht freiwillig am Prism-Überwachungsprogramm teilnehmen, können Firmen per Geheimbeschlüssen zur Teilnahme gezwungen werden.

Soweit, so schlecht. Aber es werden natürlich nicht nur US-Bürger überwacht. Im Gegenteil - eigentlich sollen bei Prism nur Ausländer überwacht werden. Nun sollte dazu natürlich noch erwähnt werden, dass die US-Geheimdienste sowieso Wirtschaftsspionage als großes Einsatzgebiet haben. Es ist ja deren Kerngeschäft US-Unternehmen Vorteile gegenüber deutschen und anderen Konkurrenten zu schaffen. Das kann man jetzt super mit Prism kombinieren. Gerade wenn ausländische Firmen Daten in der Cloud haben. In der Cloud bei einem US-Internetkonzern.

Gut - wenn eine europäische Firman Daten in eine US-Cloud verlagert, dann spielt sie aus Unkenntnis oder bewusst Russisches Roulette mit 6 Kugeln. Aber man kann wohl auch bei europäischen Clouds nicht seiner Daten sicher sein, denn die müssen ja über Leitungen gehen. Verschlüsselung hin oder her.

Diese Cyber-Trolls von der NSA verleiten den Trend zur Cloud. Wenn dann noch Anbieter wie T-Online Flatrates drosseln wollen, wird die Cloud auch im privaten Bereich sterben und Rich Internet Applications in die Sackgasse gedrängt.

Also nix wie zurück in die Vergangenheit. Alles auf lokale Rechner und Firewall hochgezogen, um die schmutzigen US-Spionen draußen zu halten.


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